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Oberbayern
Münchner Schotterebene
Durch die Münchner Schotterebene.
Eine Erkundungstour auf Schotterwegen durch die nördlichen Münchner Heiden und seinen Seen. Früher eine Schmuddelecke, heute ein biologisches Juwel. Der Münchner Norden war lange Zeit die Schmuddelecke Münchens, wo man all das untergebracht hatte, was dem schönen Schein entgegenläuft: Truppenübungsplätze, Mülldeponien, Kläranlagen und Hochhäuser für die Menschen mit vermeintlichen sozialen Defiziten. Das hat sich heute stark verändert und die Reste der Münchner Schotterebene sind gut besuchte Erholungsgebiete für Mensch und Tier geworden.

© Hans-Jürgen Hereth

Allianz-Arena © Hans-Jürgen Hereth
Der Weg durch die Heiden und Schotterflächen des Münchner Nordens startet an der Allianz Arena und den weithin sichtbaren Windrädern auf den beiden Schuttbergen. An einem von ihnen, dem heute begeh- und befahrbaren, neben der Kläranlage gelegenen, befindet sich die deutschlandweit wohl einzige doppelte Version einer Kirche, die immer einen kleinen Schlenker wert ist. Das Original, die Heilig-Kreuz-Kirche, ist die älteste in München, das Duplikat des Künstlers Timm Ulrichs soll an das durch Autobahnbau und Müllberg versunkene Dorf und die von dort vertriebenen Menschen erinnern
Die Allianz Arena umfährt man rechter Hand bis man den rückseitigen Eingang am Parkplatz erreicht. Hier führt der Radweg am Gästeparkhaus vorbei unter der Autobahn hindurch zum zweiten Müllberg mit seinem neuen, viel größeren Windrad. Neben der U-Bahn Trasse führt der geschotterte Wirtschaftsweg bis zu einer Vergabelung, der man rechts in einem großen Bogen  Richtung Autobahn folgt und der in nahezu gerader Linie über den Schleißheimer Kanal hinweg bis zum Garchinger See führt. Eine Teerstraße umfährt den See rechts und endet am Autobahnzubringer Garching Nord, der auch das Hochschul- und Forschungszentrum der TZ München erschließt. Hier befindet sich der erste deutsche Atom-Forschungsreaktor das sogenannte „Atom-Ei“, das der bisher einzige SPD Ministerpräsident Bayerns, Wilhelm Hoegner zusammen mit dem CSU-Atomminister Franz Josef Strauß am 31. Oktober 1957 einweihte. Der Dorfpolizist Willy Schönecker musste die aus Amerika geliefert ersten Brennstäbe mit vollem Körpereinsatz bewachen. Wie er später zum besten gab, hat er sich einfach wie eine Glucke draufgesetzt. 

Keltengräber in der Garchinger Heide © Hans-Jürgen Hereth

Heideschäfer © Hans-Jürgen Hereth
Ein kleines Stück folgt der parallel verlaufende Radweg dieser Straße, bis er an einer Unterführung und durch diese hindurch zunächst rechts und dann links durch die Felder weiter gerade aus nach Norden führt. Je nach Jahres- und Tageszeit kann man hier Hasen, Fasane, Feldlerchen und recht große Rehsprünge beobachten. Der Weg führt zur Straße nach Eching (links) und Dietersheim (rechts). Dem Radweg folgt man links bis zur zweiten Informationstafel (gegenüber liegende Straßenseite), an der sich auch ein kleiner Parkplatz befindet. Hier beginnt das Naturschutzgebiet der Garchinger Heide mit seinen Hügelgräbern, das nur zu Fuß erkundet werden darf.


Echinger See im Gewitter © Hans-Jürgen Hereth

Blaues Wunder © Hans-Jürgen Hereth
Weiter auf dem Radweg gelangt man zu einer Baumgruppe (rechts), hinter der sich ein kleiner Badesee befindet. Von hier aus darf man das Gelände auch wieder mit dem Rad befahren. Der Schotterweg führt rechts zu einer weiteren Informationstafel und zweigt dort links zur Echinger Lohe ab. Entlang diesem Ur-Münchner Waldgebiet führt der Weg wieder zur Straße nach Eching. Gleich nach der Überquerung der Autobahn biegt eine Straße zum Echinger See ab, wo sich die Möglichkeit zum Baden bietet. Ein Ringweg erschließt den ganzen See.

Unter dem Echinger „Blauen Wunder“, einer Brücke, hindurch führt der Weg an weiteren Liegewiesen und Beachvolleyball-Feldern vorbei. Der ersten Verzweigung folgt man links bis man zu einer markante Parkbank in Hundform kommt. Vor dieser biegt der Weg Richtung Mallershofer Holz, auch dies ein Relikt der Lohwälder, links ab. Nach Überqueren einer Teerstraße kann man dieses Waldstück links oder rechts umfahren. In beiden Varianten gibt es je eine kleine Stelle mit hohen Schotter, die durch eine Senke bzw. Abfahrt führt und unschön zu befahren ist.

Hochmutting © Hans-Jürgen Hereth

Schloss Schleissheim-Lustheim © Hans-Jürgen Hereth
Beide Varianten treffen kurz vor dem Mallershofer Kircherl wieder zusammen. Wer noch nicht genug gebadet hat, kann dem in dem ehemaligen Sprengweiher mit seinem tiefgrünen Wasser ungestört nachgehen. Der Weg endet an der 4-spurigen B 13 nach Ingolstadt. Diese gilt es Richtung Oberschleißheim an der Ampel zu überqueren. Der Radweg verläuft parallel zu dieser Straße bis zum nächsten Kreisel. Hier hält man sich rechts Richtung Oberschleißheim. Nach einigen Hundert Metern führt der Weg links nach Schloss Lustheim und seiner Klause. Erneut überquert man den Schleißheimer Kanal und gelangt zu dem Parkeingang der Schlossanlage. Auch diesen Bereich darf man nur per Pedes erkunden.
Der weitere Weg führt durch eine Allee zum Gut Hochmutting und links weiter über die Zufahrtsstraße zur Flugwert Schleißheim. Diese und die Autobahn querend gelangt man zum Hartelholz und der Panzerwiese. Sie bildet mit der jenseits der B 13 gelegenen Fröttmaninger Heide einen mittlerweile geschlossenen Naturverbund. Dem Schotterweg folgt man bis zur Ampel an der Ingolstädter Landstraße. Möchte man nicht an den Damen des ältesten Gewerbes vorbei fahren, bietet sich hierfür eine kleiner, rechts abzweigender Weg an.

Die Ingolstädter Landstraße überquert man Richtung Helmholtz Forschungszentrum und fährt an diesem rechts auf dem Radweg Richtung Innenstadt. Kurz darauf zweigt ein schmaler Weg an dem mit Maschendraht gesicherten Grundstück ab und führt in einem Rechtsbogen auf einem breiten Schotterweg, der links und nach mehreren kleinen Teichen zum Heidehaus und damit zum Ausgangspunkt führt. Hier kann man sich über diesen Teil der Heide fachkundig informieren. Welche Wege man in diesem Naturschutzgebiet betreten oder befahren darf ohne die darin lebenden Pflanzen oder Tiere zu stören, erfährt man häufig nicht. Entsprechende Beschilderungen werden leider regelmäßig mutwillig entfernt.
 
Sehenswürdigkeiten: Echinger See, Keltengräber, Allianz Arena,
Einkehrmöglichkeiten:  da Umberto Garching, Casa Rustica Eching, McDonald`s Kreuzstraße